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Frau mit weißen Haaren

Weiße Haare durch Stress

Das Stresshormon Noradrenalin lässt schnell ergrauen.

Dass Haare – ausgelöst durch Schock oder andere traumatische Erfahrungen – binnen Wochen ihre Farbe verlieren können, hört man immer wieder. Jetzt haben Wissenschafter der Harvard University herausgefunden, warum das so ist.

Beim "normalen", alterungsbedingten Farbverlust sind die Vorgänge im Körper gut erforscht: Die Haarfarbe stammt von pigmentierten Zellen, die ihrerseits von Stammzellen im Haarfollikel hergestellt werden. Wenn Menschen altern, nimmt die Zahl ebenjener Stammzellen ab. Psychischer und körperlicher Stress fördert die Alterung – und er kann, wie nun Forscher um Ya-Chieh Hsu nachwiesen, das Depot der Stammzellen in den Haarfollikeln direkt angreifen.

Herausgefunden hat das die Harvard-Forscherin bei einem Experiment an Mäusen. Die Versuchstiere wurden verschiedenen Arten von körperlichem und seelischem Stress ausgesetzt, woraufhin sich in ihrem Fell kleine Flecken mit weißem Haar bildeten. Bei der Suche nach den Ursachen konnten die Forscher ein paar Hypothesen aussortieren. Autoimmunreaktionen oder das Steroidhormon Cortisol sind entgegen bisherigen Vermutungen nicht verantwortlich, sehr wohl dürfte das Stresshormon Noradrenalin an der Entfärbung der Haare beteiligt sein.

 

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29. Jänner 2020



Bild: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 31. Januar 2020