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Brustveränderung: Ungefährliche Knoten

Ungefährliche Knoten - Brustveränderung Rund ein Drittel der Frauen leidet unter Mastopathie. Nicht jede Veränderung der weiblichen Brust gibt Anlass zur Sorge. Ursache kann auch die meist harmlose Mastopathie sein. Gewissheit bringen eine klinische Untersuchung sowie Ultraschall der Brust und allenfalls eine Mammographie.

 

Ein Knoten in der Brust löst bei fast allen Frauen Angst vor Krebs aus. Doch nicht immer muss das Schlimmste befürchtet werden. Denn: „Bösartige Knoten in der Brust sind isoliert, hart und nicht zu verschieben. Bei einer Mastopathie hingegen handelt es sich um eine fast immer gutartige Erkrankung, die mit kleinen Gewebsveränderungen wie knotigen Verhärtungen oder Zystenbildung einhergeht“, erklärt Univ.- Prof. DDr. Hermann Enzelsberger, Primar der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Schwerpunktkrankenhaus Steyr. Brustkrebs bereitet in seinem frühen Stadium keine Beschwerden oder Schmerzen. Bei einer Mastopathie treten fast immer ein Spannungsgefühl, leichte Schmerzen oder ein Ziehen — meist knapp vor der Regelblutung — auf. Deshalb wird die Krankheit in den meisten Fällen von den betroffenen Frauen selbst entdeckt.

 

 

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Abklärung ist nötig

„Als Ursache der Mastopathie wird ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron diskutiert“, berichtet Enzelsberger. „Man unterscheidet verschiedene Arten von Mastopathie. Bei der fibrösen Mastopathie bildet sich vermehrt Bindegewebe und es entstehen tast- und verschiebbare Knoten unterschiedlicher Größe. Kommen flüssigkeitsgefüllte Zysten vor, spricht man von einer zystischen Mastopathie.“

 

Veränderungen der Brust sollten auf jeden Fall durch einen Arzt abgeklärt werden. „Bei Frauen bis zum 40. Lebensjahr kann zunächst eine Brust- und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Tritt dabei eine Unklarheit auf, ist eine Mammographie erforderlich“, so Enzelsberger. „Bei älteren Frauen empfiehlt sich sofort eine Röntgenuntersuchung.“ Mehr als ein Drittel aller Frauen im Alter zwischen 20 und 55 Jahren bekommen es einmal mit einer Mastopathie zu tun – und zwar unabhängig davon, ob sie Kinder geboren haben oder nicht. Prim. Enzelsberger: „Nach dem Klimakterium tritt die Krankheit fast nicht mehr auf, da sich dann die hormonelle Situation verändert hat.“ Behandelt wird eine Mastopathie mit entzündungshemmenden Medikamenten sowie Hormonpräparaten, beispielsweise Progesteron-Salben.

 

„Im Prinzip ist nicht zu erwarten, dass aus einer Mastopathie ein Karzinom wird“, unterstreicht der Experte. Zwar kann es vorkommen, dass die Krankheit mit kleinen Zysten in der Brust einhergeht und mittels Ultraschall regelmäßig kontrolliert werden muss. Hermann Enzelsberger: „Diese Zysten sind meist harmlos und werden normalerweise nicht operiert.“

 

Eine weitere Folge einer Mastopathie kann die Entwicklung eines sogenannten Fibroadenoms sein. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine gutartige Erkrankung der Brust mit größeren Gewebsverdichtungen. Auch bei einem Fibroadenom kommt eine Operation nur bei subjektiver Störung beziehungsweise bei zunehmender Größe in Frage.

Nicht immer muss eine Mastopathie der Grund für eine Übersensibilität der Brust sein. „Bei einem Druckgefühl in der Brust etwa in Bauchlage kann sehr oft eine Überdosierung von Östrogen die Ursache sein“, berichtet Professor Enzelsberger. Kann eine Mastopathie ausgeschlossen werden, dann sollte beispielsweise auf eine andere Pille oder eine andere Hormontherapie umgestellt werden. Auch wenn die Diagnose Mastopathie feststeht: „Auf den jährlichen Besuch bei einem Gynäkologen inklusive einer Brustuntersuchung darf keinesfalls verzichtet werden“, betont Prof. Enzelsberger. Und: Jede Frau sollte einmal pro Monat ihre Brust selbst untersuchen, da sie Veränderungen leichter spüren kann als ihr Arzt. Die beste Zeit für eine Selbstuntersuchung ist die Zeit nach der Regelblutung, denn dann ist die Brust am entspanntesten.

 

Cornelia Schobesberger
Oktober 2008

Foto: Bilderbox, privat

 

 

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Kommentar

Brustveränderung: Ungefährliche Knoten „Die Mastopathie ist eine gutartige Erkrankung der weiblichen Brust, die von der Geschlechtsreife bis zum Klimakterium auftreten kann. Bisher gibt es keine Heilung. Die Therapie zielt deshalb auf eine bestmögliche Verbesserung der Symptome ab.“
Univ.-Prof. DDr. Hermann Enzelsberger
Vorstand der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am KH Steyr

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015