DRUCKEN

Schuh-Spikes: Rutschpartie statt fester Halt

Schuh-Spikes Bei Glatteis wird das Gehen zum riskanten Unterfangen. Ein Sturz kann mit gravierenden Verletzungen verbunden sein. In letzter Zeit werden vermehrt Anti-Rutsch-Behelfe angeboten, die als Krallen, Spikes oder Ketten am Schuh befestigt werden, so das Verbrauchermagazin „Konsument“. Diese Vorsichtmaßnahme kann jedoch nach hinten losgehen. Nur zwei der 22 getesteten Schuh-Spikes sind auch tatsächlich empfehlenswert.

Entweder sind die Schuh-Spikes wegen eines fehlenden Gleitschutzes für die Ferse grundsätzlich nicht als Anti-Rutschbehelf tauglich, halten nicht beziehungsweise nur bedingt auf Eis oder Fliesen. Oder sind im alltäglichen Gebrauch schlicht und einfach zu unhandlich.

up

Mangelhafte Ausführung

„Die Idee an und für sich ist gut. Die Ausführung ist mangelhaft“, erklärt Ing. Konrad Brunnhofer vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). „Besonders abzuraten ist von Schuh-Spikes, die im Bereich der Fußballen montiert werden. Denn der entscheidende Moment für den Halt ist das Aufsetzen der Ferse auf dem Boden - und hier ist auch der entsprechende Schutz wichtig. Nur etwa ein Drittel der Schuh-Spikes besteht zudem die Probe auf dem Eis. Gefahrenquellen sind auch feuchte Fliesen – etwa im Supermarkt – bei denen Spikes den gegenteiligen Effekt erzielen können: Man rutscht mehr als mit glatten Sohlen. Nur vier der getesteten Modelle überzeugten hier.“

up

Unhandlich

Der Praxistest, den das Forschungsinstitut für Orthopädietechnik mit der Sonderkrankenanstalt Zicksee durchgeführt hat, zeigt wiederum, wie unhandlich manche Gleitschutzbehelfe im alltäglichen Gebrauch sind. Im Stehen und teils auch im Sitzen macht das Anlegen und Abnehmen mehrheitlich Probleme. Letztlich sind unter dem Strich nur zwei Modelle empfehlenswert, berichtet „Konsument“. Bei beiden handelt es sich um reine Fersenspikes, die mit einem einfachen Klettband befestigt werden können. Erhältlich sind diese im Orthopädie-, Sanitäts- und Schuhhandel – Kostenpunkt: rund 30 Euro.

Cornelia Schobesberger
Jänner 2010


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015