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Reiseapotheke: Gut versorgt auf Reisen

Reiseapotheke – Gut versorgt auf Reisen Um im Urlaub auch im Krankheitsfall gut versorgt zu sein, sollte man rechtzeitig an die Zusammenstellung einer Reiseapotheke denken. Hausärzte und Apotheker beraten Sie bei der Zusammenstellung Ihrer individuellen Reiseapotheke. Im Folgenden finden Sie einige grundlegende Tipps.

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Nützliches statt Überflüssiges einpacken

Eine Reiseapotheke sollte nach den eigenen Erfordernissen bestückt sein. Gesundheitszustand und Reiseziel bestimmen den Umfang der Ausstattung. „Man sollte nichts Überflüssiges, sondern diejenigen Dinge mitnehmen, die man im Notfall auch wirklich gebrauchen kann“, rät Mag. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer Österreich, Landesgeschäftsstelle Oberösterreich. Ganz ohne Grundausstattung sollte man freilich keinesfalls verreisen, da es viel Mühe machen kann, im Ausland geeignete Medikamente zu finden.

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Dauermedikamente nicht vergessen

Keinesfalls sollte man auf jene Medikamente vergessen, die man auch im Alltag regelmäßig einnimmt (Medikamente chronisch Kranker, wie etwa Blutdruckmittel, Schmerzmittel; aber auch zum Beispiel die Antibabypille). „Diese Medikamente sollte man beim Einpacken großzügig bemessen“, sagt Aichberger.

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Grundausstattung der Reiseapotheke

  • Arzneimittel: gegen Fieber, Schmerzen, Grippe, Mund- und Rachenentzündungen, Erbrechen, Reisekrankheit, Verdauungsbeschwerden, Sonnenbrand, Insektenstiche, Nasentropfen, Augentropfen (für jeden Reisenden ein eigenes Fläschchen), ein Präparat zum Ersatz von Mineralstoffen bei schwerem Durchfall. Zudem sollte ein Fieberthermometer und Insektenschutz nicht fehlen.
  • Verbandsmaterial: „Ganz wichtig ist ein Verbandspackerl“, sagt Aichberger. Dieses müsse nicht überdimensioniert, aber zur Versorgung von Verletzungen geeignet sein. Empfohlener Inhalt: Mittel zur Hautdesinfektion, Wund- und Heilsalbe, aluminisierter Verbandmull gegen Verbrennungen und Schürfwunden, elastische Binde, Mullbinden, Pflaster, Momentverband, eine Schere und eine Pinzette.
  • Ohrentropfen empfehlen sich für Taucher und auch für jene Urlauber, die gerne im Meer schwimmen. „Lästige Ohrentzündungen können verhindert werden, wenn man vorbeugende Ohrentropfen, die Essigsäure und Alkohol enthalten, direkt nach dem Schwimmen eintropft“, so Aichberger.
  • Sonnenschutz: Im Falle eines Badeurlaubs sollte man unbedingt an Sonnenschutz denken und geeignete Mittel einpacken. „Hochwertiger Schutz sollte in keinem Reiskoffer fehlen“, rät die Apothekerin.

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Antibiotika nur bei Absprache mit Arzt

Viele Urlauber führen „für den Notfall“ ein Breitband-Antibiotikum in der Reiseapotheke mit sich. „Wenn man das macht, dann sollte Einsatzgebiet und Dosierung jedenfalls mit einem Arzt abgesprochen sein“, sagt Aichberger.

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Reisen mit Kindern

Keinesfalls sollte in der Reiseapotheke ein fiebersenkendes Mittel (Zäpfchen oder Saft) für den Notfall fehlen. Wichtig sind auch Elektrolytpräparate bei Durchfall und Erbrechen, Mikroklistiere gegen Verstopfung und kindergerechter Insekten- und Sonnenschutz.

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Vorbeugende Maßnahmen

Bei Reisen in Länder, in denen es im Urlaub häufig zu Magen-Darm-Problemen kommt (etwa Türkei, Marokko, Tunesien), empfiehlt Aichberger empfindlichen Personen zu einer vorbeugenden Stärkung der Darmflora. Durch Zufuhr von Darmbakterien könne die eigene Darmflora unterstützt werden. Kommt es dennoch zu einer Magen-Darm-Erkrankung, empfiehlt sich die Einnahme eines Granulats, um den Elektrolytverlust auszugleichen. Zudem sollte man im Urlaubsland Wasser nur aus verpackten Behältnissen konsumieren und keinesfalls Leitungswasser trinken.

Um eine Reisethrombose zu verhindern, empfiehlt sich bei langen Busreisen und für Flugzeugpassagiere das Tragen von Thrombosestrümpfen (Kompressionsstrümpfe). Das Thromboserisiko ist vor allem bei Reisen erhöht, die länger als etwa 4 - 5 Stunden dauern und bei denen keine ausreichende Möglichkeit besteht, sich zu bewegen. „Solche Strümpfe können zum einen gefährliche Blutgerinnsel verhindern und bedeuten für Urlauber auch einen Gewinn an Lebensqualität, weil man am Zielort ohne geschwollene Füße ankommt“, rät die Apothekerin.

Individualreisende sollten auf Fernreisen auch ein Injektionsset (Fertigpackung) mitnehmen. Inhalt: Einwegspritzen (nur mit mehrsprachiger Erklärung, damit beim Zoll keine Probleme entstehen). Je nach Reiseziel sollte man Arzneimittel zur Prophylaxe spezieller Tropenkrankheiten wie zum Beispiel entsprechende Malariamittel mit im Gepäck haben.

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Transport der Reiseapotheke

Bei Flugreisen gehört die Reiseapotheke in den Koffer. Nur Medikamente, die man voraussichtlich während des Fluges benötigt, sollten im Handgepäck verstaut werden. Zu beachten sind zollrechtliche Bestimmungen. „Flüssigkeiten müssen sich in einem durchsichtigen Beutel von einem Liter Fassungsvermögen befinden und Gefäße dürfen maximal 100 ml fassen“, so die Apothekerin.

Beim Transport im Auto sollten Medikamente keinesfalls der prallen Sonne ausgesetzt und nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden, da ansonsten deren Qualität nicht gewährleistet ist. Nötigenfalls sollte der Transport in einer Kühltasche erfolgen.

Dr. Thomas Hartl
Juni 2010


Foto: Bilderbox

 
Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015