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Frau kratzt sich am Fuß

Kleine Ursache

Rotlauf wird durch Bakterien verursacht, die über kleine, oberflächliche Verletzungen in den Körper eindringen. Mit Antibiotika ist die Krankheit gut behandelbar.

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Kleine Ursache, große Wirkung:

„Denn schon eine kleine, oberflächliche Verletzung reicht aus, damit eine Hautinfektion, ein sogenannter Rotlauf entsteht, der auch unter dem Begriff Wundrose bekannt ist. Daher seien im Sommer weitaus mehr Fälle zu verzeichnen als in der kalten Jahreszeit“, erklärt der Dermatologe Dr. Max Wutte, Obmann der Fachgruppe für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Kärntner Ärztekammer. In den warmen Monaten halten sich die Menschen gern im Freien auf. Beim Sport, bei der Gartenarbeiten oder bei einer Wanderung durch den Wald ist es schnell passiert – ein kleiner Kratzer, den man oft gar nicht gleich bemerkt. Insektenstiche können ebenfalls Ausgangspunkt für Wundrosen sein, wenn man dem Juckreiz nachgibt und die Pusteln aufkratzt. Alle diese oberflächlichen Läsionen sind die Eintrittspforten für die Streptokokken.

Diese Bakterien sind verantwortlich für den Rotlauf und lauern auf der Haut. Beginnend an der offenen Stelle, breiten sie sich über das Unterhautgewebe beziehungsweise die Lymphbahnen relativ rasch aus und verursachen großräumige Entzündungen. Erkennbar ist der Rotlauf an der flammend roten Verfärbung der Haut. Darüber hinaus ist die Stelle leicht geschwollen und schmerzt, vor allem bei Druck. Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl sind weitere Begleiterscheinungen.

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Unbedingt behandeln

Aufgrund der typischen Erscheinungsform sei der Rotlauf für den Arzt leicht zu diagnostizieren und von einer toxischen Reaktion auf einen Insektenstich relativ einfach zu unterscheiden, erklärt Dr. Wutte. Bei der toxischen Reaktion entstehe die Entzündung scheibenförmig rund um die Einstichstelle. Die Symptome seien eher Jucken als Schmerz und können auch ohne Behandlung wieder abklingen. Ein Rotlauf hingegen muss behandelt werden, sonst breitet er sich immer weiter aus. Daher sollte bei einem entsprechenden Verdacht und beim Auftreten der genannten Symptome möglichst rasch der Arzt aufgesucht werden, der eine Behandlung mit Antibiotika verschreiben wird. Eine lokale Behandlung mit antibiotischen Salben werde nicht den gewünschten Erfolg bringen, das Medikament müsse eingenommen werden, meint der Dermatologe. Bei schweren und weiter fortgeschrittenen Fällen wird das Antibiotikum als Infusion verabreicht. Belastung verzögere die Heilung, führt Dr. Wutte aus. Bettruhe sei zwar nicht unbedingt erforderlich, aber die Patienten sollten dennoch auf Ruhe achten.

Generell kann die Wundrose jede beliebige Körperstelle treffen, doch am häufigsten tritt sie an den Beinen, speziell den Unterschenkeln auf. In diesem Fall sollte das betroffene Bein nach Möglichkeit hochgelagert werden. Bekommt man diese Hautinfektion im Gesicht, spricht man auch von einer Gesichtsrose.

Der Rotlauf tritt plötzlich auf und kann in jedem Alter vorkommen. Auch wenn prinzipiell niemand ganz davor gefeit ist, haben Personen mit einer Immunschwäche und Vorerkrankungen ein höheres Infektionsrisiko. Bei diesen Patienten könne es auch zu einem schwereren Verlauf mit lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Doch das sei äußerst selten, beruhigt der Dermatologe.

Vorbeugen kann man der Wundrose, indem man die Haut schützt und auch kleinste Verletzungen möglichst rasch desinfiziert und die Wunde sauber hält.

Monika Unegg

Oktober 2019


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Kommentar: 

Kleine Ursache Kommentarbild Dr. Max Wutte Kärntner Ärztekammer Ein Rotlauf muss unbedingt behandelt werden. Mit Antibiotika ist er gut heilbar.“

Dr. Max Wutte

Obmann der Fachgruppe für Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Kärntner Ärztekammer


Bilder: shutterstock; privat


Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2019