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Mann wäscht sich die Hände

Abstand halten!

Wir würden ihnen ja gerne aus dem Weg gehen. Aber Erkältungen und Grippe gehören nun einmal zum Standardprogramm der „Angriffe“ auf unsere Gesundheit. Deshalb ist es umso wichtiger, aufs Vorbeugen zu achten.  

Zwar ist es – was Verlauf und Schwere der Erkrankung betrifft – wichtig, zwischen der echten Influenza-Infektion und einer „gewöhnlichen“ Erkältung zu unterscheiden. Doch die Vorsichtsmaßnahmen sind ähnlich – freilich mit einer wesentlichen Ausnahme: Gegen die „echte Grippe“ ist eine Schutzimpfung möglich. Da es 10 bis 14 Tage dauert bis der Schutz wirksam wird, sollte man sich vor Beginn der Grippesaison impfen lassen. Typische Symptome der Influenza sind ein plötzlich auftretendes, starkes Krankheitsgefühl, gepaart mit hohem Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und eine Erkrankungsdauer von ein bis zwei Wochen. 

„Jeder über 65 sollte sich impfen lassen, außerdem Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Ärzte und medizinisches Personal“, rät Dr. Anton Leoni, Allgemeinmediziner in St. Pölten. Gegen den grippalen Infekt ist keine Schutzimpfung möglich. Um ihn zu vermeiden, sollten die gleichen prophylaktischen Maßnahmen ergriffen werden, wie gegen die echte Grippe. 

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Gründlich waschen

Händewaschen steht für Dr. Leoni klar im Vordergrund – regelmäßig 20 bis 30 Sekunden lang mit Seife. „Zu den hygienischen Maßnahmen gehört aber auch, darauf zu achten, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu greifen, was unbewusst recht häufig passiert. Und dann sei es sehr ratsam“, so Dr. Leoni, „in Grippe- und Erkältungszeiten aufs Händeschütteln sowie auf Bussis und Umarmungen zu verzichten. Denn bei direktem Körperkontakt oder auch etwa beim Berühren eines Türgriffs können Krankheitserreger sehr leicht übertragen werden.“ 

Diese sogenannte Schmierinfektion ist seltener als die „Tröpfcheninfektion“, die beim Husten oder Niesen, aber auch beim normalen Sprechen stattfinden kann. „Deshalb ist auch das Lüften von Räumen eine wichtige vorbeugende Maßnahme“, betont Dr. Leoni. Klar, dass man, wo das möglich ist, den Kontakt mit Risikopersonen vermeiden sollte. 

Auch erkrankte Personen können einiges tun, um andere nicht anzustecken. Dr. Leoni: „Bei Fieber sollte man auf jeden Fall von der Arbeit zu Hause bleiben beziehungsweise einen Arzt aufsuchen. Aber auch sonst ist es beispielsweise ratsam, Papiertaschentücher zu benützen und beim Niesen und Husten nicht die Hand vorzuhalten, sondern den Ärmel oder die Armbeuge.“ 

Generell rät der Praktiker, das Immunsystem zu stärken. Ausreichender Schlaf ist dafür genauso wichtig wie Bewegung und richtige Ernährung: „Wer ein stabiles Immunsystem hat, läuft viel weniger Gefahr, an einer Erkältung oder Grippe zu erkranken“, sagt Leoni. Wer also in der Wohnung und im Büro regelmäßig stoßlüftet – und dann vielleicht noch zu Fuß zur Arbeit geht, ist ganz gut gewappnet. „Diese Vorbeugungsmaßnahmen seien jedenfalls viel wirksamer als irgendwelche dubiosen Tropfen, Tabletten oder Salben“, so Leoni. Auch das häufig angepriesene Vitamin C zur Prophylaxe eines grippalen Infekts sieht er mit Skepsis: „Meistens haben wir weder einen Vitamin-C-Mangel, noch gibt es harte wissenschaftliche Daten, die einen positiven Effekt auf die Vorbeugung eines grippalen Infekts belegen.“ 

Da ist es eher der Stress, der dem Körper zusetzt und das Immunsystem schwächt. Daher macht es Sinn, die (negativen) Stressfaktoren so weit wie möglich herunterzufahren und Entspannung zu suchen – auch das ist Teil des Schutzschilds gegen Erkältung und Grippe.

 

Mag. Robert Zauchinger

November 2019

 

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Kommentar

Abstand halten! Kommentarbild Dr. Anton Leoni „Wer durch vernünftige Lebensweise ein stabiles Immunsystem hat, der läuft viel weniger Gefahr, an Erkältung oder Grippe zu erkranken.“

Dr. Anton Leoni

Arzt für Allgemeinmedizin und Notarzt in St. Pölten

 

Bilder: shutterstock; privat

 

Zuletzt aktualisiert am 04. November 2019