DRUCKEN
Mädchen taucht im Pool mit Schwimmbrille

Augen schützen für einen unbeschwerten Sommer

Sonne, Wasser, Klimaanlagen – die Augen sind im Sommer verschiedenen Reizen ausgesetzt. Mit einfachen Schutzmaßnahmen für die Augen lässt sich der Sommer unbeschwerter genießen. 

Das Auge ist ein hochkomplexes Sinnesorgan, das trotz seiner Komplexität kaum „Wartung“ benötigt. Damit das so bleibt, gilt es sie jedoch zu schützen. Generell vor Fremdkörpern und je nach Jahreszeit vor bestimmten Gefahrenquellen. Während im Frühling vor allem die Pollen von Bäumen und Gräsern die Augen tränen lassen, haben gerötete Augen, geschwollene Lider, gereizte Hornhaut oder Bindehaut im Sommer meist andere Ursachen: Klimaanlagen, viel blendendes Sonnenlicht und Wasser aller Art. Die beliebten Freuden der heißen Jahreszeit (Schwimmen, Sonnen, Biken, Sport im Freien) bringen gewisse Risiken mit sich, vor denen man sich jedoch schützen kann oder die man zumindest in der Regel mit Augentropfen gut behandeln kann. 

up

Sonnenlicht – Auch Augen können Sonnenbrand bekommen 

Im Sommer sollte man seine Augen vor allem vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und zumindest bei Sonnenschein eine Sonnenbrille verwenden. Der Kauf einer Sonnenbrille sollte nicht nur unter modischen Aspekten erfolgen, man sollte auch auf die gesundheitlichen ein Auge werfen: Eine gute Sonnenbrille schützt die Augen nicht nur von vorne, sondern auch von den Seiten her. Je umfassender eine Brille die Augen umschließt, desto besser funktioniert der Schutz vor Sonne, Wind, Pollen und Schmutz. „Am besten sind daher Sportbrillen. Diese schützen auch vor Zugluft und Verunreinigung, etwa vor dem Eindringen von Sand beim Tennis spielen“, sagt Dr. Philipp Kollmann von der Abteilung für Augenheilkunde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz.

Ob und wie stark eine Brille farblich getönt ist, sagt nichts darüber aus, wie gut sie gegen UV-Strahlen schützt. Dieser Schutz ist nur gegeben, wenn das internationale Prüfzeichen CE vorhanden ist. Da bei gefälschten Markenbrillen vermutlich auch das Prüfzeichen nicht echt ist, sollte man keine Billigprodukte im Urlaub kaufen, sondern Sonnenbrillen nur in Fachgeschäften erwerben.

Helle Augen sind der Sonne gegenüber empfindlicher als dunkle. Eine braune Iris schützt besser als eine blaue oder grüne. Helläugige Menschen sollten daher besonders auf das Tragen einer geeigneten Sonnenbrille achten. Keinesfalls sollte man direkt in die Sonne sehen, sonst drohen irreparable Schäden an der Netzhaut. Davor schützt auch die beste Sonnenbrille nicht.

Auch Augen können einen sogenannten Sonnenbrand erleiden. Dabei kommt es zu einer Schädigung der äußeren Hornhaut, die ein bis zwei Tage lang sehr schmerzhaft sein kann (aber bei einem einzigen Sonnenbrand der Augen keine dauerhafte Schädigung hervorruft). Ein solcher „Augen-Sonnenbrand“ kann bei starker Sonnenstrahlung auftreten, zum Beispiel in den Bergen (sogenannte Schneeblindheit) oder im Sommer, wenn das Auge geblendet wird. Blendungen können auftreten, wenn zum Beispiel Sonnenstrahlen auf einen glatten See treffen und man darauf schaut (kann etwa beim Fischen passieren); auch heller Sand kann in Kombination mit Sonnenschein diese Symptomatik hervorrufen. 

up

Luft – Zug und Trockenheit 

Vielerorts begegnet man der sommerlichen Hitze mit kühlendem Luftzug. Oft werden sämtliche Fenster geöffnet, sei es im Büro, im Auto oder zu Hause; die dabei entstehende Zugluft kann auf Dauer die Augenoberfläche austrocknen und röten und es kann zu einer Entzündung an der Hornhaut oder Bindehaut kommen. Wer auf derartige Verhältnisse empfindlich reagiert, sollte direkten Luftzug jedenfalls meiden. Die Belüftung im Auto sollte man so einstellen, dass die kalte Luft nicht ins Gesicht geblasen wird. Auch im Flugzeug sollte man die Luftzufuhr nicht direkt auf den Kopf und die Augen zielen lassen. 

Noch häufiger bereiten Klimaanlagen Probleme: Wer stundenlang in klimatisierten Räumen sitzt, kann alle paar Stunden Befeuchtungstropfen (Tränenersatzmittel) verwenden, um seine Augen vor Austrocknung zu schützen. Das gilt umso mehr, wenn man zusätzlich vor einem Bildschirm sitzt, denn Bildschirmarbeit führt dazu, dass man selten blinzelt, wodurch die Augen noch mehr austrocknen. „Diese Kombination bedeutet ein hohes Risiko für trockene, schmerzende Augen“, sagt Kollmann. 

up

Wasser – Taucher- oder Schwimmbrille hilft 

Niemand braucht aus Angst vor brennenden Augen auf das Badevergnügen verzichten, bei empfindlichen Augen sollte man aber gewisse Maßnahmen ergreifen:

Im Pool: Chlorwasser brennt und reizt die Augen, man sollte daher nicht mit offenen Augen tauchen, sondern eine Tauch- oder Schwimmbrille verwenden.

Kontaktlinsen: Weiche Linsen sind eine potenzielle Gefahrenquelle hinsichtlich Bakterien. Schwimmt man in einem keimbelasteten See, einem Pool oder im seichten Gewässer eines Meeresstrandes, sollte man besser keine weichen Kontaktlinsen tragen, um die Gefahr einer bakteriellen Infektion der Augen und einer Hornhautentzündung zu reduzieren. Kollmann: „Dieses Risiko kann man reduzieren, wenn man wasserdichte Schwimm- oder Taucherbrillen verwendet.“

Meerwasser: Das Salz des Meerwassers brennt in den Augen. Wenn kleine Kinder am Sandstrand in den Wellen spielen, bekommen sie zusätzlich oft den aufgewühlten Sand in die Augen, der an der Hornhaut kratzt. Dies lässt sich ohne Schwimmbrille kaum vermeiden, bei Rötung können befeuchtende Augentropfen helfen.

 

Finger weg von den Augen 

Reizungen durch Schmutz, Luftzug, Trockenheit und UV-Strahlen schwächen das Schutzsystem unserer Augen. In dieser Situation können Bakterien und Viren leichter eindringen als sonst. Da gereizte Augen jucken und brennen, reiben wir mit den Fingern, um den Reiz zu vertreiben. Das sollte man freilich unterlassen, denn dadurch bringen wir zusätzlich die auf den Fingern befindenden Keime in die Augen, was wiederum die Gefahr einer Entzündung erhöht. 

up

Abhilfe durch Tropfen 

Abhilfe schaffen in der Regel Augentropfen. Diese Tränenersatzprodukte sollten unbedingt frei von Konservierungsstoffen sein, weil diese erst recht wieder die Augen reizen können. Augentropfen sollten zudem in keiner Reiseapotheke fehlen, da sie erfahrungsgemäß (vor allem bei Urlaub am Meer) häufig gebraucht werden. Jedes Familienmitglied sollte seine eigenen Augentropfen benützen, um eine Übertragung von möglicherweise vorhandenen Bakterien auf die Familienmitglieder zu verhindern. Hat man im Urlaub keine Tränenersatzprodukte zur Hand, kann man notfalls auch einen kühlen und vor allem sauberen Waschlappen über die geschlossenen Augen legen. 

up

Wann zum Arzt? 

Verschwinden durch Sonne, Luft oder Wasser verursachte Beschwerden der Augen trotz Anwendung von Augentropfen nicht binnen zwei bis drei Tagen, sollte man einen Augenarzt aufsuchen, um abzuklären, ob und welche Therapie nötig ist. „Menschen mit bestehender Augenerkrankung sollten ihre Medikamente in ausreichender Anzahl in die Reiseapotheke packen und die Eigenbehandlung im Urlaub zuvor mit dem Arzt besprechen. Augentropfen, die Antibiotika oder Kortison enthalten, sollten keinesfalls ohne ärztliche Konsultation verwendet werden“, rät Dr. Kollmann.

 

Dr. Thomas Hartl

Mai 2019


Bild: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2019