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Sommerliche Hitze: Verhaltensregeln für Kinder

Sommerliche Hitze: Verhaltensregeln für Kinder Von kalt auf heiß innerhalb von wenigen Tagen: Starke Temperaturschwankungen sind derzeit keine Seltenheit. Vor allem für die Kleinsten kann das eine große Belastung darstellen. Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) verrät, warum Kinder anders auf die sommerliche Hitze reagieren und wie man sie am besten davor schützt.

Von einigen Grad über Null bis zur 30-Grad-Marke innerhalb von nur wenigen Tagen – derartige Temperaturschwankungen sind derzeit keine Seltenheit und belasten den Körper. Besonders Kinder können sich weniger gut an den Wechsel zwischen Kälte und Hitze anpassen. Sie haben eine geringere Hitzetoleranz. „Kinder haben im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine größere Körperoberfläche als Erwachsene. Die Folge ist, dass sie mehr Flüssigkeit abgeben. Die Gefahr des Austrocknens ist dadurch größer“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des ÖRK.

Der Mediziner appelliert bei sommerlicher Hitze an die Vernunft der Eltern: „Dass man bei 35 Grad Celsius das Kind nicht in der Mittagsonne im Freien liegen lassen soll, sondern einen Schatten aufsucht und direkte Sonneneinstrahlung meidet, sollte klar sein.“

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Hitzeschäden: Kollaps, Hitzschlag & Co.

„Neben der größeren Gefahr des Austrocknens haben Kinder alle Probleme wie Erwachsene“, so der Mediziner. Mögliche Folgen von zu großer Hitze für den Organismus können so genannte Hitzeschäden beziehungsweise Hitzeerkrankungen sein. Darunter fallen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps, Hitzeschlag und Hitzekrampf. Ursachen sind meist eine zu starke direkte Sonneneinstrahlung oder körperliche Überanstrengung bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr. „Achten Sie auf Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Schläfrigkeit beim Kind. Sie können auf einen Sonnenstich deuten“, so der Chefarzt des ÖRK.

Die Hitzeerschöpfung hingegen zeigt sich durch Kopfschmerzen, kalten Schweiß. niedrigen Blutdruck oder schnellen Puls. Ein Hitzekollaps ruft Beschwerden wie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen hervor. Plötzliche Verkrampfungen und Muskelzuckungen hingegen deuten auf einen Hitzekrampf. Die schwerste Form der Hitzeerkrankungen ist der Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur über 40 Grad Celsius ansteigen kann. Mögliche Symptome sind Desorientierung, Kopfschmerzen und Übelkeit, schneller Puls und eine heiße, trockene Haut.

In allen Fällen gilt: Viel trinken! Am besten eignen sich Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Deuten alle Symptome auf eine Hitzerkrankung wie einen Sonnenstich hin, sollte man die kleinen Patienten mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und mit feuchten Umschlägen den Kopf kühlen. Wenn innerhalb von zehn Minuten keine Besserung eintritt, einen Arzt verständigen.

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Praktische Tipps gegen die Hitze

Befolgt man folgende Ratschläge, lässt sich die sommerliche Hitze für Kinder besser ertragen:

  • Nachts und am frühen Morgen die Wohnung beziehungsweise das Kinderzimmer gut durchlüften. Tagsüber die Räume verdunkeln.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern die Temperatur regelmäßig prüfen. Abkühlung verschaffen feuchte Tücher.
  • Kinder stündlich zum Trinken animieren.
  • Beim Spielen im Freien einen schattigen Platz aufsuchen.
  • Vor der Sonne durch entsprechende Sonnenschutzprodukte, Sonnenhut und Sonnenbrille schützen.

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Vorsicht im Auto

Besondere Gefahr besteht bei sommerlicher Hitze im Auto. Scheint die Sonne ununterbrochen durch die Scheiben, kann die Temperatur im Auto rasch bis über 50 Grad Celsius erreichen. Besonders wichtig ist es deshalb, die Kinder niemals unbeaufsichtigt im Auto zu lassen – auch nicht für kurze Zeit! Um die Autofahrt bei sommerlicher Hitze angenehmer zu gestalten, empfehlen Autofahrerclubs wie ÖAMTC oder ARBÖ folgende Maßnahmen:

  • Genügend Getränke mitnehmen!
  • Den Kindern leichte Kleidung wie beispielsweise aus Baumwolle anziehen.
  • Gegen direkte Sonneneinstrahlung durch die Seitenfenster schützen Abschattungen, die man mit Saugknöpfen befestigt.
  • Beim Parken ein helles Tuch über den Kindersitz legen. Denn die dunklen Kunststoffbezüge können bei direkter Sonneneinstrahlung bis zu 70 Grad heiß werden!

Das Wichtigste für Schreiber ist: „Lassen Sie den gesunden Menschenverstand walten!“

MMag. Birgit Koxeder
Juli 2010


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015