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Frau mit Ärztin im Gespräch

Früherkennungsuntersuchung: Nicht immer sinnvoll

Nicht alle Früherkennungs-untersuchungen verbessern die Gesundheit. Sie können auch nutzlos sein oder gar schaden. Darauf weist das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hin.

Bevor man sich für oder gegen eine Teilnahme entscheidet, sollten also zuerst Vor- und Nachteile abgewägt werden, so das Institut. Auf seiner Seite www.gesundheitsinformation.de bietet es Hilfe zur Entscheidungsfindung an.

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Möglichkeiten der Früherkennung oft überschätzt

„Krankheiten früh zu erkennen, kann erst dann sinnvoll sein, wenn man sie dadurch besser behandeln kann, dies also zu besseren gesundheitlichen Ergebnissen führt“, erklärt Prof. Dr. Peter Sawicki, der Leiter des IQWiG. Auch wenn Vorsorgen besser als Heilen ist, so sieht die Realität oft anders aus: „Vorsorgeuntersuchungen versprechen das Vermeiden von Erkrankungen und wecken dadurch Hoffnungen. Dieses Versprechen wird in Studien zum konkreten Patientennutzen aber nicht immer eingelöst“, stellt Sawicki klar.

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Falsche Sicherheit durch Früherkennung

Sinnvoll kann eine Früherkennungsuntersuchung ab einem Alter sein, in dem die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung hoch ist, es eine zuverlässige Untersuchungsmethode und wirksame Behandlungen gibt. So wird laut IQWiG in Deutschland allen Schwangeren ein HIV-Test angeboten. Bei Kenntnis dieser Infektion kann die werdende Mutter entsprechende Maßnahmen in Anspruch nehmen, die eine Übertragung der Infektion auf das Ungeborene in den meisten Fällen verhindern kann.
„Doch kein Test ist perfekt: Einerseits kann irrtümlich etwas Verdächtiges festgestellt werden, obwohl in Wirklichkeit gar keine Erkrankung vorliegt. Andererseits kann auch der beste Test eine Erkrankung übersehen“, so Sawicki. Deshalb rät der Leiter des Instituts, Beschwerden ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen, selbst wenn bei der vorangegangenen Untersuchung alles in Ordnung war.

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Mehr ist nicht immer besser

Eine Krankheit durch eine Untersuchung früh zu entdecken, ist nicht automatisch von Vorteil, so das Institut. Wenn nämlich eine frühe Diagnose und die folgende Behandlung nicht zu einer Verbesserung der Gesundheit führt, verlängert sich nur die Zeit, in der sich jemand Sorgen macht und behandelt wird – ohne davon zu profitieren. „Es ist ein Irrtum, dass mehr Diagnostik immer besser ist. Patientinnen und Patienten haben auch ein Recht auf Nichtwissen, vor allem dann, wenn sich aus dem Wissen kein gesundheitlicher Nutzen ergibt“, sagt der Leiter des IQWiG. „Genetische Tests auf Erkrankungen, für die es noch gar keine wirksame Behandlung gibt, können junge Menschen beispielsweise enorm belasten. Glücklicherweise gibt es bei der Früherkennung keinen Grund zu großer Eile. Man kann sich erst einmal in Ruhe ausreichend informieren und dann entscheiden“, so Sawicki.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie nächste Woche an dieser Stelle und

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Mag. Christian Boukal

Dezember 2019

Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 09. Januar 2020