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Lebenselixier Honig

Biene auf einer Blume Schon seit Jahrtausenden gilt Honig als gesundes, die körperliche Abwehr steigerndes Lebensmittel. In einer von der EU geförderten Ernährungsstudie wurde schon 2006 die Wirkung von Honig auf das Immunsystem, das Gewicht, das Essverhalten und auf das Wohlbefinden des Menschen wissenschaftlich untersucht. An der Öffentlichkeit gingen die Studienergebnisse bisher beinahe unbemerkt vorbei.

Die Probanden behielten während der achtwöchigen Testphase ihre Ernährungsgewohnheiten bei. Zusätzlich mussten sie täglich mindestens zwei Esslöffel Honig zu sich nehmen. Vor und nach der Studie wurde den Studienteilnehmern Blut abgenommen und der Immunstatus bestimmt. „Mit dieser Untersuchung können Veränderungen der Abwehrzellen und damit die Wirkung einer immunstimulierenden Ernährung festgestellt werden“, sagt Dr. Johann Puttinger, Arzt für Allgemeinmedizin, Akupunktur und Umweltmedizin aus Uttendorf, der die Studie gemeinsam mit Kollegen und einer Ernährungswissenschaftlerin durchgeführt hat.
Die Honigstudie kam zu deutlichen Ergebnissen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

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Honig senkt Belastung mit Freien Radikalen

Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Absenkung der Belastung mit freien Radikalen. Das sind Stoffe, die an der Entstehung vieler Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, Arteriosklerose, Nervenleiden, Nieren-, Leber und Lungenschäden beteiligt sind. „Beinahe bei allen Probanden kam es zu einer Abnahme der freien Radikale bis zu 40 Prozent“, sagt Puttinger. Erklärbar sei das durch die vielen Inhaltsstoffe im Honig, die als Radikalfänger wirken (Vitamin C, Flavonoide, Enzyme, Spurenelemente und organische Säuren).

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Honig steigert Immunabwehr

Anhand einer speziellen Untersuchung (Durchflusszytometrie) wurden die verschieden Zelltypen der Lymphozyten vor und nach der Honigkur analysiert: „Die T-Lymphozyten sind die eigentliche Immunpolizei im Körper. Sie wehren Eindringlinge wie Bakterien und Viren ab. Sie spüren fremdartige Zellen im Körper auf, welche häufig durch die Einwirkung der freien Radikale auf die Erbsubstanz im Zellkern entstehen, und machen diese unschädlich. Durch die Honigkur konnte der Anteil dieser überaus nützlichen Zellen um durchschnittlich 20 Prozent erhöht werden“, sagt Puttinger.

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Wer Honig isst, braucht weniger Schokolade

In der Studie wurde untersucht, ob sich durch den regelmäßigen Verzehr von Honig der Bedarf an Schokolade und anderen Süßigkeiten verringert. „84 Prozent der Probanden hatten vor der Studie regelmäßig Heißhunger auf Süßes und waren echte Naschkatzen“, so der Arzt. Das Essverhalten änderte sich während der achtwöchigen Honigkur radikal: Süßes wurde viel seltener oder gar nicht mehr genascht. Die Studienteilnehmer sahen das aber nicht als Verzicht an. 76 Prozent der Probanden erklärten, dass es ihnen leicht gefallen sei, weniger zu naschen.

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Honig erleichtert das Abnehmen

Der veränderte Umgang mit Süßigkeiten hatte auch Auswirkungen auf das Gewicht: „Fast die Hälfte der Probanden konnte ihr Gewicht verringern, ohne eine Diät zu machen.“ Begründend führt Puttinger aus: „Werden Nahrungsmittel und Getränke mit Honig gesüßt, kommt es im Körper zu anderen Reaktionen als beim Verzehr zuckerhaltiger Speisen. Nach Honigverzehr steigt der Blutzuckerspiegel kontinuierlich an, er bleibt über längere Zeit konstant und fällt langsam wieder ab. Aufgrund der geringeren Insulinausschüttung kommt es nicht zu Heißhungergefühlen und eine Sättigung setzt früher ein. Der gleichmäßige Blutzuckerverlauf bewirkt auch, dass die Sättigung über einen längeren Zeitraum anhält.“

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Wer Honig isst, schläft besser

36 Prozent der Honig-Testesser klagten vor der Studie über eine schlechte Nachtruhe. „Während der achtwöchigen Honigeinnahme konnten deutlich mehr Personen gut schlafen als vorher“, so Puttinger.

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Honig hält länger fit

Die überwiegende Mehrheit der Probanden fühlte sich vor der Studie nicht gleichmäßig fit, sondern unterlag Leistungsschwankungen im Alltag. Für die Konzentrationsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Stimmung spielt eine hormonähnliche Substanz im Gehirn eine große Rolle: das Serotonin. Bei den meisten Menschen unterliegt der Serotoninwert in Blut und Gehirn im Laufe eines Tages typischen Schwankungen. Vor allem am Nachmittag sinkt die Serotoninkonzentration im Gehirn. Bemerkbar macht sich das durch Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und verstärkten Appetit auf Süßes.
Diese Zustände änderten sich während der achtwöchigen Honigeinnahme: „Fast die Hälfte der Testesser waren am Tag gleichmäßig fit und leistungsstark. Die im Honig enthaltene Aminosäure Tryptophan fördert die Serotoninbildung im Gehirn besonders gut. Aus diesen Gründen ist Honig sowohl zum Frühstück als auch in Zwischenmahlzeiten ein Fitmacher“, stellt der Arzt fest.

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Honig vertreibt Kopfschmerzen

Die Zahl der Studienteilnehmer mit Kopfschmerzen reduzierte sich während der Studie deutlich. Puttinger erklärt das wiederum mit der Wirkung von Honig auf den Serotoninspiegel. „Sinkt der Serotonigehalt im Gehirn, wird die Schmerzempfindlichkeit erhöht. Gelingt es, den Serotoninspiegel anzuheben, werden die Schmerzen gelindert. Das kann durch Verzehr tryptophanreicher Lebensmittel - wie Honig einer ist - erreicht werden."

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Honig verbessert die Verdauung

Während der Testphase verbesserte sich die Verdauung der Probanden deutlich. Zurückzuführen sei diese Wirkung auf die Honiginhaltsstoffe Fruchtzucker, Kalium und Pollen, welche die Darmtätigkeit anregen sollen. „Honig trägt dazu bei, eine gesunde Darmflora zu erhalten oder aufzubauen. Das wirkt sich nicht nur auf die Darmgesundheit, sondern auch auf das allgemeine Wohlbefinden und die Abwehrkräfte aus. Eine gesunde Darmflora ist die Grundvoraussetzung für ein gut funktionierendes Immunsystem“, so Puttinger.
Auf die Werte von Cholesterin, Triglyceride, Harnsäure und Ferritin hat Honig laut der Studie keinen Einfluss.

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Honig stärkt Gesundheitsgefühl

Honig stärkt laut Studie auch das subjektive Gefühl, gesund zu sein. „Verdauung, Schlafqualität, körperliche Belastbarkeit und psychisches Wohlbefinden beeinflussen dieses Gefühl. Diese Parameter konnten deutlich verbessert werden. Die Ergebnissen zeigen klar, dass die tägliche Honigeinnahme von mindestens 50 Gramm, das Gesundheitsgefühl deutlich steigern kann“, sagt Puttinger.

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Ernährungsempfehlung

„Die Ergebnisse sprechen für sich. Sie sind ebenso klar wie beeindruckend. Mit dieser Studie wurde der wissenschaftliche Nachweis erbracht, dass Bienenhonig aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe zu einer positiven Beeinflussung der Darmflora und des Abwehrsystems im Körper führt und damit der Erhaltung der Gesundheit dient“, so Puttinger.
Er empfiehlt daher täglich Honig zu sich zu nehmen. „Gesundheitsbewusste und vor allem infektanfällige Personen und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten zwei Esslöffel Honig am Tag konsumieren.“ Beim Kauf des Naturprodukts sollte man zu hochwertigen Honig greifen, der keinesfalls mit Wärme behandelt wurde. „Es empfiehlt sich direkt beim Imker zu kaufen oder beim Einkauf auf das österreichische Honig- Gütesiegel zu achten“, rät Puttinger.

Dr. Thomas Hartl
April 2009

Foto: Bilderbox 

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015