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Senior sitzt auf einer Parkbank

Rheuma hat viele Gesichter

In Oberösterreich leiden 350.000 Menschen an den Beschwerden des Bewegungsapparats – auch viele junge Menschen sind betroffen. Information und Hilfe beim Rheuma-Tag.

Je früher rheumatische Erkrankungen erkannt und therapiert werden, desto besser die Prognosen.

Arthrose? Rheumatoide Arthritis? Osteoporose? Morbus Bechterew? Der Begriff Rheuma umfasst rund 400 verschiedene Erkrankungen der Gelenke, Sehnen, Knochen und Muskeln. "Das Risiko, irgendwann im Laufe des Lebens eine Krankheit des Stütz- und Bewegungsapparats zu erleiden, liegt grob geschätzt bei 70 bis 80 Prozent. Zwar gilt Rheumaschmerz immer noch häufig als Alterserscheinung, tatsächlich sind jedoch vielfach bereits junge Menschen und sogar Kinder betroffen", sagt Gertraud Schaffer, Präsidentin der Rheumaliga, einer österreichweit tätigen Patientenvereinigung.

Die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung ist die rheumatoide Arthritis (RA), die in jedem Alter auftreten kann. "Typische Symptome sind geschwollene und druckschmerzhafte Gelenke an Händen und Füßen. Auch Knie-, Hüft- sowie Schultergelenke und sogar die Kiefergelenke können befallen sein", sagt Rudolf Puchner, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie in Wels.

Früherkennung hilft, Schädigungen durch entzündliche Prozesse bestmöglich zu vermeiden. "Bei rheumatoider Arthritis verbleibt zum Beispiel nur ein Drei-Monats-Fenster für die Diagnoseerstellung und den Therapiebeginn, da die Erkrankung ansonsten bereits irreversible Gelenkschäden verursachen kann", sagt Monika Aichberger, Apothekerin und Vizepräsidentin der oberösterreichischen Apothekerkammer. Wesentlich für eine erfolgreiche Behandlung sei deshalb eine frühzeitige Diagnose und eine rasch einsetzende medikamentöse Therapie. Neben Schmerzmitteln werden auch Medikamente eingesetzt, die den Verlauf der Gelenkentzündung positiv beeinflussen und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern oder, wenn auch selten, verhindern können. Bei unzureichendem Therapieerfolg kommen Biologika zum Einsatz. Ihre Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung entzündungsfördernder Botenstoffe (Zytokine). "Durch diese modernen Präparate kann bei immer mehr Patienten eine deutliche Besserung beziehungsweise eine Beschwerdefreiheit erreicht werden", so Puchner.

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Behandlung und Therapie

"Daneben stehen verschiedenste weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung", erläutert Gabriela Eichbauer-Sturm, Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie und Nephrologie in Linz und Kitzbühel. Dazu zählen Physiotherapie mit regelmäßiger Krankengymnastik, Ergo-, Psycho- und Phytotherapie, Kraft- und Ausdauersport sowie richtige Ernährung. "Sehr wichtig ist eine vollwertige, ausgewogene Kost mit viel Fisch, guten Ölen, die einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure haben (z.B. Leinöl), viel Gemüse und auch fettarme Milchprodukte." Die beste Wirkung wird durch eine individuell angepasste Kombination verschiedener Optionen in Absprache mit dem behandelnden Arzt erzielt. (had)

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Rheuma-Tag in Linz

Schmerzen im Rücken, in den Knien oder Fingern? Schwellungen der Gelenke? Ständige Müdigkeit und Kraftlosigkeit? Rheuma hat viele Erscheinungsbilder.
Umfassende Informationen über Diagnose und Therapie rheumatischer Erkrankungen gibt es am Mittwoch, 2. März, ab 13 Uhr im Neuen Rathaus in Linz. Auf dem Programm stehen Vorträge namhafter Experten zu Diagnose und Therapie, Ernährung, Lebensstil und Komplementärmedizin bei Rheuma. Der Eintritt ist frei. Mehr: www.rheumaliga.at.



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24. Februar 2016


 

Foto: shutterstock 

‌ Zuletzt aktualisiert am 02. März 2016