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Frau reinigt das Gesicht

Alleskönner Teebaumöl

Bei Akne, Pickel, Zahnfleischproblemen und Zecken ist die Verwendung von Teebaumöl sehr beliebt. Bei der Anwendung sollte auf mögliche allergische Reaktionen und eine hohe Produktqualität geachtet werden. 

Teebaumöl wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze, es ist entzündungshemmend und wundheilend. Wegen dieser Eigenschaften gilt es als universelles Naturheilmittel und wird bei einer Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Es handelt sich jedoch um kein Medikament, sondern kann lediglich unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung angewandt werden. 

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Vielfältige Anwendungsbereiche 

Aufgrund seiner breiten Wirkung sind die Anwendungsgebiete von Teebaumöl vielfältig. Es wird sowohl für die Gesundheit des Menschen und auch in Kosmetika eingesetzt.  

  • Hauterkrankungen und Hautunreinheiten: Aufgrund der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung kommt Teebaumöl vor allem bei Akne und unerwünschten Pickel zum Einsatz, aber auch bei Schuppenflechte, Warzen und Ekzemen.
  • Zahnfleischentzündungen: Aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung wird das Öl von vielen Zahnärzten empfohlen.
  • Nagelpilz und Fußpilz: Wegen seiner fungiziden (pilztötenden) Wirkung kommt das Öl auch bei der Behandlung von jeder Art von Hautpilz zum Einsatz.
  • Herpes: Das Öl kann die Beschwerden lindern.
  • Erkältungen, Infektionen, vor allem Halsentzündungen
  • Schuppen: Die antibakterielle Wirkung kann Schuppenbildung reduzieren.
  • Zecken, Milben, Kopfläuse und Flöhe: Diese Tiere dürften den Geruch von Teebaumöl nicht vertragen. Das Öl wird aber auch nach einem erfolgten Zeckenbiss angewendet (wegen der entzündungshemmenden Wirkung).
  • Insektenstiche
  • Mundgeruch

 

„In der Apotheke wird Teebaumöl meist verdünnt gegen Zahnfleischentzündungen, zur Anwendung im Rachenraum, gegen Insektenstiche und gegen Pickel verlangt“, sagt Mag. Caroline Frauendorfer, Apothekerin in Wien. 

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Vorsicht bei Tieren 

Auch Haustiere werden mitunter mit Teebaumöl behandelt. Bei Katzen wird es zur Fellpflege sowie gegen Flöhe etc. im Handel angeboten. Es besteht jedoch der Verdacht, dass die ätherischen Öle bei Katzen Vergiftungen auslösen können. „Man sollte unbedingt mit einem Tierarzt darüber sprechen, bevor man das ausprobiert, um nicht mehr Schaden als Nutzen anzurichten“, rät die Apothekerin. 

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Mögliche allergische Reaktionen 

Vor Verwendung sollte man eine Hautprobe machen, die zeigt, ob man das Produkt verträgt oder vielleicht allergisch reagiert. „Das Produkt ist zwar sehr gut, es gibt viele Erfolgsmeldungen, doch es ist auch nicht ganz ungefährlich, weil bei manchen Personen Kontaktallergien auftreten können. Man kann auch beim Dermatologen eine Austestung machen, wobei die Hautverträglichkeit überprüft wird“, sagt Mag. Frauendorfer.  

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Anwendung 

Teebaumöl kann sowohl äußerlich durch Auftragen oder Einreiben als auch verdünnt innerlich (gurgeln, Mundspülung) angewendet werden. Dabei reicht es meist völlig aus, nur wenige Tropfen zu verwenden. Handelt es sich bloß um eine kleine Stelle, die behandelt werden soll, reicht ein einziger Tropfen aus. Die Anwendung kann mehrmals pro Tag erfolgen, sinnvoll ist zumindest die Anwendung morgens und abends. Hier einige Beispiele für konkrete Anwendungen: 

  • Bei Hauterkrankungen: Am besten verdünnt man das Öl, gibt fünf Tropfen in ein Glas Wasser und tupft die betreffenden Körperstellen mit einem Wattepad ab. Dieses Verfahren empfiehlt sich auch zur Gesichtsreinigung bei unreiner Haut. Keinesfalls in Kontakt mit den Augen kommen!
  • Bei der Anwendung gegen Akne kann man zwischen einer puren und einer verdünnten Anwendung mit Wasser wählen. Bei sensibler Haut sollte man die verdünnte Variante wählen.
  • Bei Pickel Teebaumöl mit einem Wattestäbchen mehrmals täglich pur auftragen.
  • Gegen generell unreine Haut kann man einige Tropfen Öl ins Badewasser träufeln.
  • Bei Entzündungen im Rachenraum (Halsschmerzen etc.): Drei bis fünf Tropfen in ein Glas Wasser geben und gurgeln. Man darf das Öl nicht schlucken, sonst drohen Vergiftungserscheinungen. Nach dem Gurgeln also ausspucken. Das gilt auch für das Gurgeln gegen Mundgeruch.
  • Entzündetes Zahnfleisch mit einem mit Wasser verdünnten Öl betupfen oder den Mund mit einer Öl-Wasser-Mischung als Mundwasser spülen. Gegen Zahnstein und Karies kann man einen Tropfen Öl auf die Zahnpasta geben und dann die Zähne damit putzen.
  • Fußpilz kann durch ein Fußbad mit einigen Tropfen des Öls gelindert werden.
  • Bei Herpes kann man das Öl mit Hilfe eines Wattestäbchens auf die betroffene Hautstelle tupfen.
  • Zur Bekämpfung von Schuppen wird Teebaumöl in manchen Schuppenshampoos eingesetzt. Man kann aber auch selbst wenige Tropfen Öl einer herkömmlichen Shampoo-Flasche hinzufügen. Die Anwendungen sollten aber nicht dauerhaft, also täglich über Monate hinweg erfolgen, sondern immer nur einen gewissen Zeitraum umfassen. „Meist empfiehlt es sich, die Tropfen zwei Wochen anzuwenden und dann abzusetzen und zu sehen, wie die Wirkung einer solchen Kur ist. Wenn nötig, kann man dann nach einigen Tagen wieder zwei Wochen die Tropfen nehmen. Am besten bespricht man die Anwendungen auch mit einem Hautarzt“, sagt Mag. Frauendorfer.
  • Bei einem Insektenstich einen Tropfen Öl auf den Insektenstich auftragen. 
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Kosmetika 

Teebaumöl ist in vielen Kosmetika enthalten. Kosmetika werden meistens lediglich mit einem geringen Teebaumöl-Anteil angereichert, wodurch dessen Wirkung fraglich erscheint. Auch die Vermischung mit anderen Inhaltsstoffen dürfte die Wirkung des Öls mindern. „Man sollte solche Kosmetika nicht täglich verwenden, sondern immer nur für ein paar Wochen und dann wieder pausieren“, rät die Apothekerin. 

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Qualität ist entscheidend 

Der Teebaum (Melaleuca Alternifolia) stammt aus Australien. Dessen Öl wird durch Wasserdampfdestillation seiner Blätter gewonnen. Nur Öle hoher Qualität können gesundheitsfördernde antibakterielle und antivirale Wirkung entfalten. Empfohlen wird reines Teebaumöl (100 Prozent pures Teebaumöl, also ein Öl, welches ohne Zusätze und ohne Mischöle gewonnen wird). Um auch tatsächlich hochwertiges Teebaumöl zu bekommen, lässt man sich am besten in der Apotheke beraten. Kaufen Sie kein Billigöl und nur Produkte aus kontrollierter Herkunft. Auf der Verpackung und auf dem Fläschchen sollte deklariert sein, dass es sich um reines Teebaumöl handelt, am besten in Bio-Qualität. Die Bezeichnung „Melaleuca Alternifolia“ weist auf die ursprüngliche Pflanze hin. 

Das reine Öl hat eine klare bis gelbliche Farbe und einen würzigen Geruch. Die Heilwirkung des Öls wird vor allem den Inhaltsstoffen Terpinen und Cineol zugeschrieben. „Man sollte Teebaumöl auch deshalb nur in bester Qualität kaufen, da ansonsten die Gefahr steigt, dass es rasch oxidiert und allergische Reaktionen auslöst“, sagt Mag. Frauendorfer.

Die Fläschchen sollten nach Verwendung gleich wieder verschlossen werden. Sie sollten nicht im Sonnenlicht stehen und möglichst dunkel aufbewahrt werden.

 

Dr. Thomas Hartl

März 2018 


Bild: shutterstock

‌ Zuletzt aktualisiert am 23. März 2018