DRUCKEN
Frau mit BH Rücken

BH kann Schmerzen in der Wirbelsäule verursachen

Ein zu eng getragener BH kann auf Dauer Schmerzen verursachen. Eine Studie zeigt, warum Frauen doppelt so häufig Probleme mit der Brustwirbelsäule haben wie Männer.

Ich habe immer wieder Auffälligkeiten an jener Stelle entdeckt, wo der BH auf der Wirbelsäule aufliegt", sagt Physiotherapeut Konrad Forstinger aus Laakirchen. Seine Vermutung war, dass das Unterbrustband auf Höhe des Verschlusses zu einer erhöhten Steifigkeit der Wirbelsäule führt. Die klinische Studie zeigte aber etwas anderes: "Das Unterbrustband übt Druck aus. An der Stelle, wo es aufliegt, wird die Wirbelsäule überbeweglich, und das verursacht die Schmerzen", erklärt Forstinger, der das Kurhaus "Moorbad Gmös" in Laakirchen leitet.

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Belastung von Gelenken

Die Studie erklärt, warum Frauen doppelt so häufig unter Schmerzen in der Brustwirbelsäule leiden wie Männer. "Wer über Jahre einen BH mit Unterbrustband trägt, verändert dadurch die Beweglichkeit der Wirbelsäule an dieser Stelle", so Forstinger. Die Hypermobilität führe zu erhöhter Gelenksbelastung und zu Stress in den Bändern und Gelenken. Überlastungsschmerzen sind die Folge.

Eine australische Studie belegt weitere Symptome, die durch Büstenhalter verursacht werden: neuronale Schmerzen in den Armen, Einschnürungen durch die Schulterträgerbänder, zyklusunabhängige Brustschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Brustschmerzen bei körperlicher Anstrengung.

Betroffen seien vor allem Frauen mit großen Brüsten, sagt Forstinger. "Je größer die Brust, desto größer auch die Spannung im Unterbrustband." Weil der BH oft zu eng getragen werde, seien aber auch Frauen mit kleiner Oberweite betroffen.

Um Schmerzen zu vermeiden, rät der Physiotherapeut, den BH auf keinen Fall zu eng zu tragen. "Außerdem sollte man die Größe immer wieder an die Realität anpassen. Die Größe der Brust verändert sich nämlich im Laufe des Lebens."

Stabilisations- und Krafttraining kann ebenfalls vorbeugend wirken. Um der Überbeweglichkeit in der Brustwirbelsäule vorzubeugen, hilft Stabilisations- und Krafttraining.

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Drei Übungen:

  • Planking: In den Unterarmstütz gehen und abwechselnd einen Arm heben, dabei Wirbelsäule stabil halten.
  • Knie: Aus der Bankstellung beide Knie einige Zentimeter anheben und langsam wieder absenken, 20 bis 30 Wiederholungen.
  • Hände aus der Bankstellung abwechselnd vom Boden entfernen, Wirbelsäule stabil halten, 20 bis 30 Wiederholungen.



Logo OÖNachrichten Claudia Riedler

Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

25. Oktober 2017



Foto: shutterstock

  


‌ Zuletzt aktualisiert am 15. November 2017