DRUCKEN
Frau kratzt sich an der Hand

Die Krätze ist wieder da: Ansteckend, aber gut behandelbar

Wo die Haut dünn ist, fühlen sich Krätzmilbenbesonders wohl. Milben nisten sich unter der Haut ein und erzeugen Juckreiz.

Wenn die Haut juckt, gibt es viele mögliche Ursachen: Allergien, Insektenstiche, Neurodermitis. Eine, an die heute fast niemand mehr denkt, ist Krätze. Viele kennen den Ausdruck nur noch aus Sprichworten wie "... da bekomme ich die Krätze". "Die Krankheit ist wieder im Vormarsch", sagt Primar Werner Saxinger, Dermatologe vom Klinikum Wels-Grieskirchen.

Schuld an den juckenden Knötchen, Bläschen und Pusteln ist die Krätzmilbe: Sie bohrt sich in die Haut und legt dort ihre Eier sowie Kotballen ab. Die geschlüpften Milbenlarven leben dann unter der Haut. Die rund 0,5 Millimeter großen Milben sind als Pünktchen unter der Haut zu erkennen – am Ende von Milbengängen, die weißlich schimmern. Zur Diagnose kann der Arzt die Milben mit einem Skalpell vorsichtig herauslösen. Sie sind auch mit einem Auflichtmikroskop sichtbar.

Besonders betroffen sind Regionen des Körpers mit dünner Hornschicht und hoher Körpertemperatur – also Handgelenke, das Gesäß und die Regionen zwischen den Fingern. "Der Juckreiz wird durch eine Immunreaktion des Körpers hervorgerufen", sagt der Hautarzt.

"Die sogenannte Skabies hat mit Hygiene nichts zu tun", sagt der Primar. Im Gegenteil, wer sich sehr gut pflegt, zeigt später Symptome als jemand, der es mit der Körperhygiene nicht so genau nimmt. Die Ansteckung passiert oft in Schulen, Altersheimen oder Krankenhäusern. Überall dort, wo Menschen eng nebeneinander leben. Übertragen werden kann die Krätzmilbe über Hautkontakt, zum Beispiel beim gemeinsamen Spielen, Kuscheln oder beim Geschlechtsverkehr. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis fünf Wochen. "Man bekommt Krätze nicht durch Händeschütteln. Ich gebe allen meinen Patienten die Hand und habe mich noch nie angesteckt", sagt Saxinger.

Behandelt wird Krätze ganz einfach mit einer Salbe, die einmalig am ganzen Körper aufgetragen wird. Ohne Therapie verschwindet die Krankheit nicht. Man sollte auch alle Gegenstände, mit denen man zu tun hat, desinfizieren und Wäsche bei 60 Grad waschen. Ohne Wirt kann die Milbe nur ein bis zwei Tage überleben.



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Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

25. Oktober 2017  



Foto: shutterstock

   


‌ Zuletzt aktualisiert am 10. November 2017