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Fuß mit Borreliose

Borreliose: Antibiotika-Gel nach Zeckenstich

Ein Antibiotika-Gel auf Basis von Azithromycin, einem Antibiotikum mit antibakteriellen Eigenschaften, hilft dabei, nach einem Zeckenstich die Entwicklung einer Lyme-Borreliose zu verhindern. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, an der die MedUni Wien mit der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie maßgeblich beteiligt war. Die Studie wurde nun im angesehenen Journal „ The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht. 

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Beteiligung der Elisabethinen

Von 100.000 Österreich erkranken nach einem Zeckenstich 600 Betroffene an Borreliose. Dabei „erwischt“ es zwei bis sechs Prozent aller Gestochenen, berichtet das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz.

An der Studie waren aus Österreich neben der Medizinischen Universität Wien u.a. auch die Medizinische Universität Graz (Abteilung für Dermatologie), die Medizinische Universität Innsbruck (Abteilung für Dermatologie und Venerologie), das Elisabethinen-Krankenhaus in Linz sowie das Zentrum für Reisemedizin in St. Pölten beteiligt. Weitere Partner kommen aus Deutschland (Berlin, Würzburg) und der Schweiz (Zürich). Das Antibiotika-Gel wurde vom Schweizer Unternehmen Ixodes AG entwickelt. 

Insgesamt wurden 1.000 Patienten mit einem frischen Zeckenbiss innerhalb von 72 Stunden nach erfolgtem Biss mit dem Antibiotika-Gel behandelt. Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Bernd Jilma, Department Klinische Pharmakologie der MedUni Wien: „Keiner der Probanden entwickelte eine Lyme-Borreliose.“ In der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, kam es hingegen zu sieben Borreliose-Fällen.

Für den möglichen klinischen Einsatz des Gels muss nun noch eine „Belegstudie“ folgen. Bis zur Zulassung als Medikament sollten sich die Betroffenen weiterhin nach den bisherigen ärztlichen Ratschlägen verhalten. Der Stich sollte in den folgenden Tagen und Wochen sorgfältig beobachtet werden, treten Rötungen oder allgemeine Symptome wie Fieber, Kopfweh oder Abgeschlagenheit ein, soll umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. 

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Für Kinder geeignet 

Der Vorteil des Gels: Es ist nebenwirkungsfrei und könnte, so die vielversprechenden Ergebnisse, daher auch bei Kindern eingesetzt werden. Die Therapie ist zudem ganz einfach: Drei Tage lang muss das Gel alle 12 Stunden aufgetragen werden. „Dadurch werden die Borrelien abgetötet“, erklärt Jilma. 

In Österreich gibt es pro Jahr rund 24.000 Fälle von Lyme Borreliose, in Westeuropa sind es über 200.000 neue Infektionen mit der weltweit häufigsten Zecken-Infektionskrankheit. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann die Infektion die Gelenke, das Herz und das Nervensystem des Menschen angreifen und schwere Komplikationen verursachen. Bis zu 5 Prozent aller Zeckenbisse führen zu einer Lyme-Borreliose, rund 20 Prozent der Zecken sind infiziert.

 

Mag. Christian Boukal

Jänner 2017


Foto: shutterstock


‌ Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2017