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Füße mit rosa Socken schauen unter der Bettdecke heraus

Kalte Füße: Warm anziehen!

Kalte Füße sind zwar unangenehm, aber in den seltensten Fällen ein Krankheitsbild. Als Vorbeugung hilft am besten warm anziehen.

 

Sie liegen im Bett und können nicht einschlafen, weil die Füße eiskalt sind? Und es hilft nur noch der Griff zur guten alten Wärmflasche oder zum Kirschkernkissen? Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Und es betrifft Frauen in einem weitaus höheren Ausmaß als Männer. „Acht von zehn Frauen klagen über kalte Füße“, sagt Dr. Angelika Kugi, Oberärztin in der Abteilung für Innere Medizin des LKH Villach. Die Ursachen dafür sind physiologischer Natur. „Männer haben mehr Muskelmasse als Frauen und erzeugen daher auch mehr Wärme“, erklärt die Ärztin. Der männliche Körper bestehe zu 40 Prozent aus Muskeln, während der Muskelanteil der Frauen bei rund 20 Prozent liege, präzisiert sie.

 

Dass Füße kalt werden, liegt in der Funktion des Organismus. Denn der Körper sieht seine Aufgabe darin, in erster Linie die lebenswichtigen Organe, die im Zentrum beziehungsweise im Inneren des Körpers liegen, zu schützen, deren Funktionen zu erhalten und ihnen folglich die notwendige „Betriebstemperatur“ von rund 37 Grad zu garantieren. Das geschieht, indem er das Blut als Wärmetransportmittel dorthin abzieht. Damit bleibt für die peripheren Bereiche, zu denen die Füße, aber auch die Hände zählen, nicht mehr so viel übrig. Die Gefäße verengen sich, Zehen und Finger werden schlechter versorgt. Deshalb haben Personen, die oft unter kalten Füßen leiden, meist auch kalte Hände.

 

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Fußbäder und Massagen

Das gleiche Schema läuft bei Angstattacken ab. „Der Spruch, jemand bekomme kalte Füße, kommt ja nicht von ungefähr“, sagt Dr. Kugi. Auch Stress hat zur Folge, dass sich alles auf die Versorgung der lebenswichtigen Organe konzentriert. Ebenso begünstigt ein niedriger Blutdruck kalte Füße. Wer aber glaubt, hier mit blutdrucksteigernden Mitteln Abhilfe schaffen zu können, irrt. Denn damit werde wiederum die Durchblutung der überlebenswichtigen Organe angeregt. Und so könne die Einnahme solcher Medikamente das Phänomen der kalten Füße sogar verstärken, meint Dr. Kugi.

 

Die Therapie gegen kalte Füße werde in erster Linie eine symptomatische sein, denn ganz wegbringen werde man dieses Phänomen nicht, erklärt sie. Und das Mittel ist einfach: Wärme erzeugen. Die Ärztin rät dabei zu den bewährten Hausmitteln: warme oder ansteigende Fußbäder, unterstützt durch ätherische Öle wie Kiefer oder Fichte. Fußmassagen helfen ebenfalls. Auch die Prävention ist einfach und bewährt: warm anziehen. „Und keine engen Schuhe, man muss die Zehen gut bewegen können.“ Regelmäßiger Sport wirkt kalten Füßen ebenfalls entgegen, denn dadurch wird der ganze Körper besser durchblutet. Ein Stamperl Schnaps dagegen sei eher kontraproduktiv. „Das hilft nur im ersten Moment, dann wird einem erst recht kalt“, meint die Ärztin. Hingegen seien heiße Suppen und Getränke durchaus sinnvoll. Auch scharfe Speisen, wie Ingwer oder Chili, erzeugen Wärme.

 

Auch wenn sie lästig sind, gefährlich sind kalte Füße meist nicht. „Sehr selten liegt eine schwere organische Erkrankung vor“, sagt Angelika Kugi. Geht das Kältegefühl gar nicht mehr weg, sollte man sich untersuchen lassen, um ernsthafte Durchblutungsstörungen beziehungsweise Nervenschädigungen ausschließen zu können. Eine Risikogruppe seien diesbezüglich Diabetiker und Raucher. Bei ihnen könnten die Gefäße geschädigt sein.

 

Monika Unegg

Jänner 2017

 

Foto: shutterstock, privat

  

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Kommentar

Kommentarbild von OÄ Dr. Angelika Kugi zum IFG-Artikel "Kalte Füße: Warm anziehen!", Ausgabe 5/2015 „Gegen kalte Füße helfen am besten warme Fußbäder, Massagen, regelmäßige Bewegung und warm halten.“

OÄ Dr. Angelika Kugi

Innere Medizin, LKH Villach

‌ Zuletzt aktualisiert am 02. Januar 2017