DRUCKEN

Wespen: Kein Grund zur Panik

Wespen: Kein Grund zur Panik Wenn die Abende lau sind, finden sich nicht nur Menschen im Garten oder auf der Terrasse ein. Auch ungebetene Gäste, wie Wespen, stoßen dazu. „die umweltberatung“, der Verband Österreichischer Umweltberatungsstellen, gibt Tipps, um das Zusammenleben mit den Insekten in Haus und Garten zu erleichtern.

Wespen spielen eine wichtige Rolle im Haushalt der Natur. Sie bestäuben nicht nur Blüten, sondern sind auch erfolgreiche Schädlingsbekämpfer. Ein einziges Wespenvolk kann pro Tag bis zu 5.000 Fliegen oder andere Insekten vertilgen, so „die umweltberatung“. Ihren Ruf als gefährliche Insekten verdanken die Wespen ihrem schmerzhaften Stich.
Für den Menschen werden nur zwei Wespenarten lästig: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Beide Arten bauen ihre Nester in dunklen Hohlräumen und Höhlen im Boden, hinter Verkleidungen oder auf Dachböden. Freihängende, sichtbare Nester gehören fast immer friedlichen Arten wie der Sächsischen Wespe (Dolichovespula saxonica). Weil diese Nester auffälliger sind, fallen sie sehr häufig unnötigen Verfolgungsmaßnahmen zum Opfer, so die Umweltberatungsstelle.

up

Effizienter Beutezug

Wespen ernähren sich und ihre Larven von zuckerhaltiger Nahrung. Wenn sie die Nahrungssituation einschätzen, umfliegen sie zum Beispiel den Menschen und werden dabei als aufdringlich empfunden. Dabei sind sie weder aufgeregt noch stechlustig.
Die letzten Arbeiterinnen fliegen noch bis in den Herbst, um schließlich zu sterben. Die wenigen überlebenden befruchteten Weibchen überwintern an geschützten Stellen und gründen im nächsten Jahr an einem anderen Platz einen neuen Staat. Ab Ende April beginnen die aus der Winterstarre erwachten Königinnen mit dem Nestbau und dem Aufbau ihres Volkes.
Alte Nester werden nicht wieder besiedelt.

up

Immer mit der Ruhe

Auch wenn es schwer fällt: Den nützlichen, schwarz-gelben Insekten begegnet man am besten mit Gelassenheit. Ruhige Bewegungen verhindern schon eine Vielzahl unnötiger Vorfälle. Selbstverständlich sollten Manipulationen im Nestbereich – wie das Verstellen der Hauptflugrichtung oder Erschütterungen – vermieden werden, so „die umweltberatung“.

up

Vorbeugung im und am Haus

  • Insektengitter an Fenstern montieren.
  • Verschalungen und Ritzen an Gebäuden regelmäßig begutachten beziehungsweise sanieren. Einfluglöcher im Winter mit baulichen Maßnahmen verschließen. Damit kann Ansiedelung verhindert werden.
  • Wenn sich ein einzelnes Tier in die Wohnung verirrt hat, ein gegenüberliegendes Fenster öffnen. Durch Zugluft wird es wieder nach draußen geleitet.
  • Einzelne Tiere können mit einem Glas und einem Blatt Papier gefangen und an anderer Stelle wieder freigelassen werden.

up

Vorbeugung am Gartentisch

  • Kleinkindern nach dem Essen Mund und Hände abwischen.
  • Getränke im Freien abdecken oder nur mit Strohhalm und nicht direkt aus der Flasche trinken – vor allem wenn die Flasche undurchsichtig ist.
  • Speisen nicht offen stehen lassen. Speisereste sofort abräumen oder zudecken.
  • Süßlich riechende Parfums und Haarsprays vermeiden.
  • Räucherstäbchen vertreiben die Tiere.
  • Weite Kleidung, in der sich Insekten verfangen können, meiden.
  • Rasche Bewegungen vermeiden, wenn eine Wespe in der Nähe ist. Sie fühlt sich bedroht und sticht zu.
  • Sollte eine Wespe auf der Haut sitzen: Abstreifen oder -schütteln. Nicht schlagen.

up

Vorbeugung im Garten

  • Grenzen respektieren: Nicht näher als 5 Meter an das Nest herangehen – die Flugbahn der Tiere nicht unterbrechen.
  • Nester in Ruhe lassen – Tiere werden aggressiv, wenn sie die Brut bedroht sehen.
  • Fallobst regelmäßig beseitigen.
  • Für Kleinkinder in der Nähe des Nestes eine Absperrung errichten.
  • Kinder auf die mögliche Gefahr hinweisen.
  • Nicht barfuss durch die Wiese gehen.

up

Sollte es doch einmal passieren ...

Die Stiche von Bienen, Hummeln und Wespen sind zwar schmerzhaft, in der Regel aber nicht gefährlich. Bei Stichen im Rachenraum oder bei Menschen mit Wespengift-Allergie ist allerdings größte Vorsicht geboten. Hier ist unverzüglich medizinische Hilfe zu holen. Ob eine Insektengiftallergie besteht, kann durch einen Allergietest abgeklärt werden, so die Beratungsstelle.

up

Hitze gegen Juckreiz

Es gibt Geräte, die mit Batterien und einem kleinen Heizelement ausgestattet sind. Sie werden nach einem Stich auf die Einstichstelle gedrückt. Durch die Hitze – rund 50° C – werden die beim Stich abgegebenen Proteine, die den Juckreiz hervorrufen, zerstört. Das alte Hausmittel, eine Tasse mit heißer Flüssigkeit an die Einstichstelle zu drücken, erfüllt denselben Zweck.

up

Erste Hilfe Tipps bei Insektenstichen

Eiswürfel, essigsaure Tonerde oder Franzbranntwein auf die Stichstelle tupfen. Ebenso bewährt haben sich Zwiebelsaft, Essig, Zitronensaft und zerriebene Spitzwegerich- oder Tomatenblätter, so „die umweltberatung“.

Mag. Christian Boukal

August 2010

Foto: Bilderbox

‌ Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015