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Natürlich sauber

Wer beim Wohnungsputz möglichst wenig Chemikalien verwendet, schont Umwelt und Klima.Auf glänzende Ergebnisse muss man deshalb nicht verzichten.

Desinfektionsmittel oder antibakterielle Reinigungsmittel sind beim Hausputz überflüssig“, weiß Mag. Sandra Papes, Fachberaterin für ökologisches Reinigen von „die umweltberatung“. Sie kritisiert Werbebotschaften, die uns vorgaukeln, dass Hausfrauen und Hausmänner nur dann gute Arbeit leisten, wenn alles im Haus blitzblank und steril ist. Das Gegenteil ist der Fall. So schaden etwa antibakterielle Stoffe nicht nur den nützlichen Bakterien, die jeder Mensch braucht, um gesund zu bleiben, sondern auch den „guten“ Bakterien, die in den Kläranlagen das Abwasser reinigen. Werden aggressive Inhaltsstoffe durch die Haut aufgenommen, kann das zudem Hautschäden und Allergien begünstigen. Reinigungsmittel, die eine antibakterielle, bakterizide oder desinfizierende Wirkung versprechen, sollte man daher lieber im Supermarktregal stehenlassen. Das gilt auch für Produkte mit künstlichen Duftstoffen, die ebenso wie natürliche Öle die Luft in Innenräumen belasten und Allergien auslösen können.

Was braucht man nun wirklich für eine zwar nicht klinisch reine, aber doch ausreichende Sauberkeit? „Dafür reichen einige wenige, ausgewählte Produkte“, erklärt Umweltberaterin Papes. Schon ein handelsübliches Geschirrspülmittel und etwas warmes Wasser entfernen Fettschmutz von Oberflächen in der Küche. Ökologische Küchenreiniger und milde Scheuermittel, unverdünnt aufgetragen, beseitigen bei längerem Einwirken auch hartnäckige Verschmutzungen etwa auf Herd und Backofen. Für das WC und Oberflächen im Bad empfiehlt die Expertin einen kalklösenden ökologischen Bad- oder Sanitärreiniger auf Basis von Essig-, Zitronen- oder Milchsäure. Für den Boden reicht ein milder Allzweckreiniger. Dabei sollte man sich immer an die Dosierungsempfehlungen auf dem Etikett des Reinigungsmittels halten. Höhere Dosierungen reinigen nicht besser, belasten aber die Umwelt und können der Haut zusetzen. Daher sind auch selbstgemachte Reinigungsmittel nicht automatisch umweltfreundlicher als die in ihrer Dosierung getesteten Supermarkt-Produkte.

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Multitalent Mikrofasertuch

Mikrofasertücher sind unentbehrliche Helfer für den umweltschonenden und doch effektiven Hausputz. Sie lassen sich waschen und sind damit auch eine Alternative zu Wegwerftüchern und Küchenrollen. Ihre saugfähigen Fasern nehmen große Mengen an Schmutz auf. Auch Kalkflecken entfernen sie wunderbar. Wer etwa Armaturen im Bad oder Glasoberflächen mit einem angefeuchteten Mikrofasertuch putzt, kommt ganz ohne Reinigungsmittel aus. Die Tücher gibt es in verschiedenen Feinheitsgraden: Je grobmaschiger sie sind, desto stärker ist die mechanische Wirkung bei Verschmutzungen. Dreimal gefaltet passt das Tuch auf die Handfläche und kann systematisch immer wieder mit einer sauberen Seite aufgeklappt werden. Waschbare Mikrofasertücher als Aufsätze für Bodenwischgeräte sind auch für glatte Böden die ideale Wahl.

Der traditionelle Frühjahrsputz beinhaltet auch das Waschen der Vorhänge und das Fensterputzen. Das nötige Handwerkszeug: ein Fensterabzieher mit Gummilippe, Mikrofasertücher zum Wischen und Trockenreiben sowie ein gebrauchsfertiger Glasreiniger auf Alkoholbasis oder alternativ ein Kübel mit Wasser und einem Spritzer Geschirrspülmittel. Ist der Himmel bedeckt, klappt es mit dem Putzen besser. Sonneneinstrahlung lässt das Wasser schneller trocknen, was zu Schlieren führen kann. 

„Das gründliche Putzen des Heims funktioniert am besten gemäß dem Oben-nach-unten-Prinzip“, erklärt Sandra Papes. Damit sich der aufgewirbelte Staub nicht wieder auf den unteren Oberflächen absetzt, sollte man zuerst die oberen Schränke und Regale mit einem trockenen oder nebelfeuchten Mikrofasertuch wischen, sich anschließend bis nach unten durcharbeiten und am Schluss die untersten Flächen putzen. Erst dann und nach dem Putzen der Fenster werden die Böden gesaugt und feucht aufgewischt.

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Handschuhe tragen

Keinesfalls vergessen beim Frühjahrsputz sollte man die Fußmatte an der Eingangstüre. Durch Absaugen mit dem Staubsauger, Ausklopfen im Freien oder Auswaschen in der Badewanne wird der angesammelte Schmutz entfernt, und die Matte kann wieder neuen aufnehmen. Für alle Arbeiten gilt: Wann immer Reinigungsmittel im Spiel sind, sollte man zum Schutz der Haut Handschuhe tragen – allerdings keine dünnen Latex-Einweghandschuhe, sondern Mehrweghandschuhe aus Gummi mit langen Stulpen und einem Futter aus Baumwolle.


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Welche Reinigungsmittel sind umweltfreundlich?

  • Einen Überblick über umweltschonende Reinigungsmittel bietet die Datenbank „ÖkoRein“: www.umweltberatung.at/oekorein
  • Auf der Website der „Umweltberatung“ gibt es außerdem die Broschüre „Sauber, g’sund und günstig“ mit Tipps für die ökologische Reinigung im Haushalt zum Gratis-Download: www.umweltberatung.at/sauber-gsund-und-guenstig
  • Das Österreichische Umweltzeichen und die EU-Blume auf dem Etikett des Reinigungsmittels sind ebenfalls hilfreiche Orientierungshilfen.



Dr. Regina Sailer

März 2018


Bild: shutterstock; privat


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Kommentar

Sandra_Papes_300dpi.jpg „Auch für die besonders gründliche Reinigung beim Frühjahrsputz braucht man keine aggressiven Power-Reiniger und Bakterienkiller.“

Mag. Sandra Papes

Biologin und Fachberaterin, „die umweltberatung“, Wien

    


Zuletzt aktualisiert am 16. März 2018