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Drei Frauen prosten mit Aperol

Fast 1.000 Alkoholunfälle im Sommer

In den Sommermonaten ereignen sich besonders viele Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Die Selbstüberschätzung durch Alkohol hat oft fatale Folgen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). 

Grillfeste, Sommerpartys, Schanigärten – der Sommer ist in Österreich ein besonders beliebter Zeitpunkt für Partys und gesellige Abende. Gerne wird dabei auch auf das eine oder andere Gläschen Wein, erfrischende Cocktails und Bier zurückgegriffen – jedoch nicht ohne Folgen. Denn die Statistik zeigt laut KFV: In der heißen Jahreszeit ereignen sich besonders viele Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Im Sommer des Vorjahres kam es österreichweit zu 955 Alkoholunfällen mit Personenschaden. „Wir beobachten seit Jahren, dass in den Monaten Juni bis September nicht nur die Temperaturanzeige, sondern auch die Anzahl der Alkoholunfälle im Straßenverkehr ansteigt“, erläutert Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereiches Verkehrssicherheit im KFV. „Durch das alkoholisierte Lenken eines Fahrzeugs gefährdet man sich nicht nur selbst, sondern auch andere.“ Insgesamt 83 Personen sind im Zeitraum von 2015 bis 2017 bei Alkoholunfällen im österreichischen Straßenverkehr tödlich verunglückt, davon war etwa ein Drittel selbst alkoholisiert. 

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Fahrgemeinschaften und Taxis  

Gerade in ländlichen Gebieten stellt die Rückfahrt nach dem Konsum von alkoholischen Getränken eine Herausforderung dar. Das KFV hat deshalb im Rahmen einer Befragung erhoben, wie Jugendliche in ländlichen Gebieten den Heimweg meistern. Die Bildung von Fahrgemeinschaften, das heißt die Auswahl eines Lenkers, der selbst keinen Alkohol trinkt und die anderen mitnimmt, ist dabei die beliebteste Option, so das KFV. Aber auch Taxis, zu Fuß gehen und die Abholung durch Eltern, Geschwister oder Freunde werden häufig als Möglichkeit herangezogen. Auch die Option, bei jemandem zu übernachten, wurde immer wieder genannt. Zugleich gaben aber auch zwölf Prozent der Befragten zu, selbst mit dem Auto nach Hause zu fahren, wenn die Alkoholisierung subjektiv nicht zu hoch ist bzw. keine andere Möglichkeit zur Absolvierung des Heimwegs besteht. „Dass viele Personen trotz Alkoholisierung immer wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, liegt nicht zuletzt an der eigenen Selbstüberschätzung, welche durch den Alkoholkonsum entsteht“, erläutert Robatsch. „Wer trotzdem nicht auf Caipirinha, Spritzwein und Co verzichten will, sollte sich daher bereits im Vorfeld Gedanken über den sicheren Heimweg machen und sich gegebenenfalls eine Mitfahrgelegenheit bzw. ein Taxi organisieren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.“ Gerade bei Festen gibt es oftmals Shuttledienste, die eine attraktive Transportmöglichkeit darstellen.    

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Alkoholunfälle im Sommer 2017 (Juni-September) nach Bundesländern: 

Bundesland Alkoholunfälle im Sommer 2017
Burgenland   34
Kärnten   69
Niederösterreich 217
Oberösterreich 146
Salzburg   81
Steiermark 164
Tirol 120
Vorarlberg   62
Wien   62
Österreich 955

Quelle: Verkehrsunfallstatistik, Stat. Austria

 


Cornelia Schobesberger

August 2018


Bild: shutterstock


 

Zuletzt aktualisiert am 03. August 2018