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Junge Frau hat Gurken in den Händen

Anti-Aging – gesund länger jung

Der Lebensstil beeinflusst das Altern. Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Gewicht, Rauchen, Alkohol und Stress wirken sich darauf aus, wie lang wir jung bleiben und auch so aussehen.  

Der Begriff Anti-Aging (Altershemmung) bezeichnet Maßnahmen, die zum Ziel haben, das biologische Altern hinauszuzögern und die Lebensqualität im Alter möglichst lange auf hohem Niveau zu erhalten und auch das Leben insgesamt zu verlängern. 

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Gene geben Rahmen vor 

Der Prozess des körperlichen Alterns wird durch mehrere Faktoren beeinflusst: Gene, Lebensstil und Umwelteinflüsse, Stoffwechsel und Hormone. Die Gene geben den Rahmen des Möglichen und Wahrscheinlichen vor. Leben die meisten Familienmitglieder sehr lange, hat man von seiner Erbanlage her selbst auch die Chance dazu. Wissenschaftler fanden bereits mehrere Gene, die mit Langlebigkeit im Zusammenhang stehen dürften. Diese Gene bestimmen zum Beispiel, wie gut die Schutzsysteme gegen die zellschädigenden freien Radikale arbeiten. 

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Lebensstil hat man selbst in der Hand 

Die Gene geben zwar den Rahmen vor, doch ausschlaggebend, wie lang wir leben und wie gesund wir dabei sind, ist unser Lebensstil. Wir haben es selbst in der Hand, den biologischen Prozess des Alterns zu verzögern oder zu beschleunigen. Negative Auswirkungen haben Nikotingenuss, hoher Alkoholkonsum, zu wenig Schlaf, Übergewicht, Stress, aber auch Verkehrslärm, Toxine und Umweltverschmutzung. 

„Viele Menschen schenken dem Altern über lange Zeit keine Beachtung und erschrecken, wenn sie scheinbar wie aus heiterem Himmel die Rechnung für ihren Lebensstil präsentiert bekommen, die sich als körperliches Problem, als Krankheit oder einfach durch ein vorzeitiges Altern bemerkbar macht“, sagt Dr. Michaela Sendlhofer, Allgemeinmedizinerin und Vitalärztin in Linz. 

Altern ist auch ein biochemischer Prozess, bei dem freie Radikale eine wesentliche Rolle spielen. Diese entstehen permanent als Abfallprodukte des Stoffwechsels und gelten als zellschädigend. Sogenannte Antioxidantien (Vitamin A, C, E, B2, B12, Selen, Zink, Carotinoide und Polyphenole) können freie Radikale teilweise unschädlich machen. 

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Ernährung 

Vorzeitige Alterungsprozesse können durch sinnvolle Ernährung maßgeblich aufgehalten werden. Diese sollte ausgewogen sein und pflanzenbetont (viel Gemüse und Obst). Zucker und Weißmehlprodukte meiden. Wurst und Fleisch nur selten essen, um hohe Werte an Cholesterin und Harnsäure zu vermeiden. Getreide in Form von Vollkorn essen. Fettarm ernähren. Bei Verwendung von Fetten Omega 3-reiche Öle verwenden (z.B. Leinöl). Fisch zweimal pro Woche essen, z.B. Hering, Lachs oder Makrele. Achtung: nur die beste Qualität kaufen, um Schwermetalle im Fisch zu vermeiden. 

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Lebenselixier Wasser 

Das Trinkverhalten hat Einfluss auf Gesundheit und Aussehen. Viel Flüssigkeit ist wichtig, damit der Stoffwechsel optimal funktioniert und die Haut straff und gut durchblutet bleibt. Am besten trinkt man täglich mindestens zwei Liter Wasser, ungesüßten Kräutertee oder den „Jungmacher“ Grüntee mit einem Schuss Zitrone. 

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Bewegung 

Durch regelmäßiges Training kann ein körperlicher Abbau von bis zu bis 20 Lebensjahren kompensiert werden. Vor allem eine gute Ausdauerleistung ist für eine lange Gesundheit wichtig. Hier auszugsweise einige der vielen Vorteile von Sport im Hinsicht auf das Altern: 

  • Sport bremst den Alterungsprozess des Gehirns und schützt vor Demenz
  • Altersdiabetes wird in Schach gehalten
  • Knochendichte und Muskelmasse steigen
  • Sport hält das Herz-Kreislauf-System jung, der Blutdruck sinkt, die Durchblutung wird verbessert (wirkt sich für Männer positiv auf die Erektionsfähigkeit aus).

 

„Ein Mix aus mehreren Sportarten mit mindestens drei Trainingseinheiten von jeweils mindestens 45 Minuten pro Woche ist zu empfehlen. So entsteht ein hoher Anti-Aging-Effekt“, sagt Dr. Sendlhofer. 

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Gifte minimieren 

Gifte, Chemikalien, Schadstoffe soweit wie möglich aus seinem Alltag verbannen. Das betrifft nicht nur Lebensmittel, sondern auch Haushaltsreiniger, Körperpflege, Insektensprays, Rasen-Pestizide und Insektizide. Dr. Sendlhofer: „Am besten Finger weg von toxischen Produkten und durch ungiftige Alternativen ersetzen.“ 

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Gesamter Lebensstil entscheidend 

Entscheidend ist nicht eine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel aller Lebensstilfaktoren – Ernährung, Bewegung, Stress bzw. Entspannung, Gewicht, Rauchen, Alkohol. „Es ist klar, niemand kann zu 100 Prozent so leben, wie es einem gut täte, das lässt unser Alltag einfach nicht zu. Wichtig ist jedoch, in möglichst vielen Bereichen langfristig in die richtige Richtung zu gehen und das Leben so zu gestalten, dass es einem förderlich ist und jung erhält“, sagt Dr. Sendlhofer. 

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Früh übt sich 

Man sollte nicht darauf warten, bis sich körperlicher Verfall und erste Krankheiten einstellen, sondern sich möglichst früh einen gesunden Lebensstil zulegen. „Je früher ich damit anfange, desto mehr kann ich gewinnen. Die Gesundheit zu erhalten ist einfacher als sie wiederzuerlangen. Zudem ist es im Alter beschwerlicher als in jungen Jahren, sich selbst und seine Gewohnheiten zu ändern. Gute Gewohnheiten beizubehalten ist wesentlich einfacher, als schlechte auszumerzen“, sagt die Vitalärztin. 

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Jungbrunnen Schlaf 

Ein gesunder, ausreichender Schlaf ist eine Anti-Aging-Kur für den ganzen Körper. Das vegetative Nervensystem schaltet auf Sparflamme, Vitalfunktionen werden reduziert und die Muskeln entspannen sich. Das Schlafhormon Melatonin fährt nachts die Organe auf „Stand by" herab, damit diese eine längere Lebensdauer haben und die tagsüber entstandenen Schäden nachts repariert werden können. Andere Funktionen hingegen werden aktiviert: Das Immunsystem produziert Abwehrzellen, Muskelfasern und Wachstumshormone werden gebildet, eine Zellregeneration in der Haut und anderen Organen wirkt als körpereigenes Anti-Aging-Programm. 

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Hormone im Blick 

Im Laufe des Lebens sinkt die Produktion verschiedener Hormone im Körper kontinuierlich, was nicht nur zu Alterung, sondern auch zu Krankheiten wie Demenz, Arthrose, Osteoporose und auch Krebs führen kann. Bei Frauen fehlt im Alter meist Östrogen, bei Männern Testosteron. Bei Beschwerden (sinkende Leistung, Energie etc.) lohnt sich ein ärztlicher Hormoncheck. „Bei Mängeln kann eine Hormonersatztherapie in Frage kommen. Auch dieser Punkt zählt zum Spektrum der Anti-Aging Maßnahmen“, sagt Dr. Sendlhofer. 

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Sich die Zeit nehmen 

Sich bewusst jung zu erhalten, bedarf vieler aktiver Entscheidungen und bewusster Handlungen, die man täglich vollführt und die in Summe den Stil des Lebens ergeben. „Trotz der stressigen Anforderungen in Beruf und Familie sollte man sich Zeit nehmen, um auf sich selbst zu achten, um nicht auszubrennen. Daher versucht die Antiaging-Medizin Stress zu reduzieren und die mentale Kraft zu stärken“, sagt Dr. Sendlhofer. 

Jung bleiben bedeutet auch, eine Balance im Leben zu finden, die großen Lebenskonflikte, die an einem nagen, zu bewältigen und sich eine positive Lebenseinstellung anzueignen. Sehr förderlich ist es, sich seine Neugierde zu bewahren und auch im Alter aktiv zu bleiben und neue Eindrücke zu sammeln, neues auszuprobieren.

 

Dr. Thomas Hartl

Juni 2018

 

Bild: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 04. Juni 2018